{"id":5626,"date":"2017-06-04T14:23:46","date_gmt":"2017-06-04T12:23:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.jsv-bernau.de\/jsv\/?p=5626"},"modified":"2017-06-06T15:58:42","modified_gmt":"2017-06-06T13:58:42","slug":"landesmeisterschaften-u-13-mit-zitternden-knien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jsv-bernau.de\/jsv\/landesmeisterschaften-u-13-mit-zitternden-knien\/","title":{"rendered":"Landesmeisterschaften U 13 &#8211; Mit zitternden Knien"},"content":{"rendered":"<p>Was es bedeutet an einem Samstag im Mai um 5.30 Uhr aufzustehen, um in einer weit entfernten muffigen Provinzsporthalle einen Judowettkampf zu absolvieren, kannte ich noch aus meiner Kinder und Jugendzeit. Auf der Fahrt mit den Judoka der U13 und ihrem Trainer Thomas Troche zur Landesmeisterschaft erinnerte ich mich an die einpr\u00e4gsamen Jahre beim Dynamo Bernau. Thomas Troche und ich konnten dabei als Kinder der 80er Jahre gut lachen \u00fcber die einst erschwerten Anreisen nach Brandenburg, Pasewalk oder F\u00fcrstenwalde, im Winter frierend eingeh\u00fcllt in muffig riechenden Filzdecken und stundenlang tuckernd \u00fcber marode Autobahnen mit dem alten Bernauer W50-Polizeimannschafts-LKW. Wir konnten diese Strapazen nur mit fr\u00f6hlichem Liedgut und der Hoffnung auf eine Medaille sowie ein gutes Mittagessen \u00fcberstehen.<br \/>\n\u2026 Was f\u00fcr eine Zeit \u2026.<!--more--><\/p>\n<p>Gut gelaunt beim gastgebenden JV Ludwigsfelde angekommen, konnten wir uns vor Ort \u00fcber das sehr gut besetzte Turnier \u00fcberzeugen. Alle namhaften Brandenburger Vereine wie JC 90 Frankfurt\/Oder, UJKC Potsdam, Asahi Spremberg \u2013 um nur einige zu nennen \u2013 haben Ihre Hoffnungstr\u00e4ger entsandt um die Fr\u00fcchte oft jahrelangen Trainings ernten zu k\u00f6nnen. Unsere Bernau K\u00e4mpfer, vertreten durch Paulina Katzorke (bis 33Kg), Ilja Massarskij (bis 37Kg) Mathis Lange (bis 40 Kg), Jonathan Becker (bis 40 Kg), Joshua Kaber (bis 46 Kg) sowie Fares Ayyoub (bis 50 kg), standen bereit um beim wichtigsten Turnier der U13 in diesem Jahr ihre Leistungen zeigen zu k\u00f6nnen und waren, wie erwartet, aufgeregt wie junge H\u00fchner.<\/p>\n<p>Das gut organisierte Turnier begann p\u00fcnktlich nach der Er\u00f6ffnungsrede durch den Vizepr\u00e4sidenten Reinhard Arndt und sollte in der Tat sehr unterhaltsame und auch z\u00e4h gef\u00fchrte K\u00e4mpfe bieten. Sehr beeindruckt war ich dabei im Kampfverlauf, wieviel Athletik, Kampfeswille und Geschicklichkeit bereits in dieser Altersklasse bestaunt werden konnte und das viele K\u00e4mpfe vorzeitig mit Ippon Siegen beendet wurden. Und dann wurden auch schon die ersten K\u00e4mpfer des JSV Bernau ausgerufen. Es kann in diesen Augenblicken nur derjenige nachempfinden, der es auch selbst einmal miterlebt hat, was es bedeutet, einem vermeintlich st\u00e4rkeren Gegner mit Herzklopfen bis zum Hals auf der Tatami gegen\u00fcberzustehen und mit zitternden Knien, klammen Fingern und trockener Kehle das erl\u00f6sende Hajime vom Schiedsrichter zum Kampfbeginn herbeizusehnen. Das Lampenfieber l\u00f6st sich und es schie\u00dft einem sodann Adrenalin blitzschnell durch den K\u00f6rper. Auch nach vielen Jahren kann ich mich hier noch in die Haut der jungen K\u00e4mpfer hineinversetzten. Deshalb gilt die gr\u00f6\u00dfte Hochachtung allen Judoka die sich dieser besonderen Herausforderung einmal stellen.<\/p>\n<p>Der Erste war der kleine Ilja, er k\u00e4mpfte sehr beherzt und versuchte seinem Kontrahenten sein Erlerntes entgegenzusetzen. Leider geriet er dabei in den letzten Sekunden der Kampfzeit mit einem Waza-ari in R\u00fcckstand und verlor den Kampf knapp. Leider gelang es ihm auch nicht in der Hoffnungsrunde ausreichende Akzente zu setzten, sodass auch dieser Kampf durch einen O-Soto-Otoshi (\u00e4u\u00dferes Beinstellen) vorzeitig verloren ging. Es ist jedoch zu erw\u00e4hnen, dass Ilja aufgrund einer Krankheit 14 Tage vor dem Wettkampf nicht trainieren konnte. Aufgrund der hohen Leistungsdichte im Judo kann dies schon ein entscheidender Nachteil sein. Als der schwerste Bernauer ging nunmehr Fares an den Start und \u00fcberzeigte nach nur sehr kurzer Kampfzeit durch einen sehr sch\u00f6nen O-Goshi (Gro\u00dfer H\u00fcftwurf) mit einem verdienten Ippon. Ein guter Einstand. Es sollte jedoch nicht sein, dass sein n\u00e4chster Gegner sehr viel mehr abverlangte, so dass er diesen Kampf mit einer Tate-Shiho-Katame und auch den letzten Kampf mit einem Tai-Otoshi abgeben musste. Als einziges M\u00e4dchen ging Paulina in gewohnt hoher Motivation an den Start. Sie k\u00e4mpfte konzentriert gegen die starke Leni Suter vom PSV FFO, konnte jedoch dem gut angesetzten Seoi-Otoshi nicht mehr im rechten Moment entkommen. Daf\u00fcr bekam ihre Gegnerin, die sp\u00e4tere Landesmeisterin dieser Gewichtsklasse, einen Waza-ari. Im Anschluss geriet Paulina in eine Festhalte und konnte sich nicht mehr befreien. Betr\u00fcbt, jedoch nicht verzweifelt, zeigte sie schon im n\u00e4chsten Kampf Ihre St\u00e4rken und konnte dabei Melissa Stoye aus L\u00fcbben erst mit einem Tai-Otoshi und letztendlich mit einer Mune-Katame vorzeitig mit Ippon besiegen. Das bedeutete f\u00fcr Sie die Bronzemedaille.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5627\" src=\"https:\/\/www.jsv-bernau.de\/jsv\/wp-content\/uploads\/post\/5626\/IMG-20170531-WA0003a.jpg\" alt=\"IMG-20170531-WA0003a\" width=\"600\" height=\"450\"><br \/>\nMathis, heute etwas m\u00fcde und durch die Anstrengungen des Trainingslagers noch gezeichnet, fand schwer ins Turnier und musste sich bereits im ersten Kampf durch eine angesetzte Mune-Katame geschlagen geben. Deutlich konzentrierter gelang es ihm nun jedoch in der Hoffnungsrunde gegen den unbequemen Nick Atlas (J\u00fcterbog) anzuk\u00e4mpfen und besiegte ihn mit 2 Waza-ari letztendlich klar mit einem Tai-Otoshi und einer angesetzten Hebeltechnik. Leider konnte er diesen Siegeswillen nicht weiter aufrechterhalten und verlor den n\u00e4chsten Kampf gegen Pepe Zahl (Babelsberg) mit einer Kesa-Gatame was f\u00fcr ihn auch das Turnierende markierte. Von 16 Teilnehmern in dieser Gewichtsklasse konnte er dennoch einen beachtlichen 9. Platz erk\u00e4mpften. F\u00fcr Joshua reichte es heute hier leider nicht Akzente zu setzen, sodass er vorzeitig nach 2 Niederlagen viele Erfahrungen mitnehmen konnte und sicher Ansporn findet noch h\u00e4rter zu trainieren. Hohe Anerkennung f\u00fcr Joshua, dass er sich als j\u00fcngster Jahrgang nach nur 4 absolvierten Wettk\u00e4mpfen gleich den Landesmeisten stellte. F\u00fcr Jonathan war es heute ein guter Tag. Trotz des fr\u00fchen Aufstehens wollte er es heute wissen und startete mit einem schnellen Sieg und konnte mit einer Mune Katame \u00fcberlegen gegen Finn Mehling (Ludwigsfelde) den Kampf vorzeitig mit Ippon beenden. Auch der n\u00e4chste Gegner Robert Jahnke (RSV Teltow) konnte kein Mittel gegen den Siegeswillen finden, sodass Jonathan auch diesen Kampf klar mit einem Tai-Otoshi mit Ippon vorzeitig gewinnen konnte. Im n\u00e4chsten Kampf stand ihm nun sein bekannter und auch gef\u00fcrchteter Widersacher Enno Ehrenreich vom (RSV Eintracht Teltow) gegen\u00fcber. Erwartungsgem\u00e4\u00df ein physisch starker und konzentriert agierender Judoka der Jonathan schwer zu schaffen machte. Es gelang ihm jedoch sehr lange den Kampf offen zu halten und erst in den letzten Sekunden konnte er dem z\u00e4hen Anst\u00fcrmen des guten Technikers nicht mehr standhalten und verlor den Kampf mit einem angesetzten Hiza-Guruma und einer darauffolgenden Kesa-Gatame knapp gegen den sp\u00e4teren Landesmeister in dieser Gewichtsklasse. Sichtlich betr\u00fcbt und physisch sehr gefordert waren die Tr\u00e4nen nicht zu verbergen. Nach kurzer Erholungsphase gelang es ihm jedoch im Kampf um Platz 3 noch einmal alle Kr\u00e4fte zu mobilisieren und besiegte seinen Gegner klar mit einem Ippon und seiner Spezialkontertechnik. Die verdiente Bronzemedaille war ihm nun sicher und alle Tr\u00e4nen l\u00e4ngst getrocknet.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5628\" src=\"https:\/\/www.jsv-bernau.de\/jsv\/wp-content\/uploads\/post\/5626\/IMG-20170531-WA0004a.jpg\" alt=\"IMG-20170531-WA0004a\" width=\"600\" height=\"338\"><br \/>\nNach der Siegerehrung fuhren wir gut gelaunt im Vereinsbus nach Bernau zur\u00fcck. Vielen Dank an den Trainer Thomas Troche, der es \u00fcberhaupt m\u00f6glich machte das die Bernauer Judokas, trotz seiner eigenen Teilnahme am Herrentrainingslager in Lindow an diesem Turnier teilnehmen zu k\u00f6nnen. Auch herzlichen Dank an den Trainer Jens Katzorke, der die Sportfreunde im Kindertrainingslager in Ruhlsdorf rechtzeitig aus den Federn holen konnte und mit Fr\u00fchst\u00fcck versorgt hat. \u2026 Manchmal fallen alle Termine auf einen Tag.<\/p>\n<p>Ich, als judobegeisterter Vater, freue mich schon auf das n\u00e4chste Turnier und lache schon jetzt \u00fcber die bequeme Anreise mit dem Vereinsbus und denke gern an den tuckernden Polizei-LKW zur\u00fcck, der irgendwann auch die entferntesten Wettkampforte der kleinen DDR erreicht hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was es bedeutet an einem Samstag im Mai um 5.30 Uhr aufzustehen, um in einer weit entfernten muffigen Provinzsporthalle einen Judowettkampf zu absolvieren, kannte ich noch aus meiner Kinder und Jugendzeit. Auf der Fahrt mit den Judoka der U13 und ihrem Trainer Thomas Troche zur Landesmeisterschaft erinnerte ich mich an die einpr\u00e4gsamen Jahre beim Dynamo Bernau. Thomas Troche und ich konnten dabei als Kinder der 80er Jahre gut lachen \u00fcber die einst erschwerten Anreisen nach Brandenburg, Pasewalk oder F\u00fcrstenwalde, im Winter frierend eingeh\u00fcllt in muffig riechenden Filzdecken und stundenlang tuckernd \u00fcber marode Autobahnen mit dem alten Bernauer W50-Polizeimannschafts-LKW. 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